Kurt Markus Prömer wird neuer Reitlehrer am Reitclub Steinsee

21. Mai 2020

Er ist schon Nationenpreise im Springen und M-Dressuren geritten und lebt für die Ausbildung von Pferden und Reitern: Kurt Markus Prömer übernimmt ab dem 15. Juni den Reitbetrieb am Reitclub Steinsee. Der 52-jährige Österreicher und aktive Springreiter ist in einer Reitschule aufgewachsen, hat an der Uni-Reitschule in München unterrichtet und freut sich genauso auf Reitschüler, die das erste Mal auf dem Pferd sitzen, wie darauf, erfahrene Reiter zu ihren Turnieren zu begleiten.

Kurt Markus Prömer mit seinem 12-Jährigen Schimmel Cortez H.

Einen Schulbetrieb zu führen, steckt quasi in der DNA von Kurt Markus Prömer. Seine Eltern hatten einen Hotelbetrieb in Kitzbühel in Österreich, irgendwann holten sie sich zu den Turnierpferden im Stall auch Schulpferde, um Urlaubern das Reiten beizubringen. Das Reiten selbst hat Prömer tatsächlich auf einem Esel gelernt, „das Pony hatte schließlich meine Schwester“. Von dort bis zum Nationenpreisreiter und fünfmaligen Landesmeister im Springen in Österreich lagen allerdings einige Zwischenstopps. Zwei Jahre lang führte er nach seiner Ausbildung zum Bereiter den elterlichen Betrieb, dann zog es ihn in die Welt.

Von Stationen bei Peter Luther in Holstein und Belgien führte es ihn zum Springreiter Hugo Simon, von dort aus nach Holland und schließlich in die USA. Überall war er vor allem als Bereiter tätig, bildete die jungen Pferde aus, „meist bekam ich die schwierigen, die kaum reitbar waren“. Mit denen einen Fortschritt zu machen, sie zu den Erfolgen zu führen, das habe ihn immer gereizt. Auf die Frage, welches die spannendste Auslandsstation war, sagt Prömer: „In jedem Fall die USA. Die Pferde sind die gleichen, auch dort haben sie überwiegend europäische Warmblüter. Aber das Land ist einfach so anders.“ In den USA sei Reiten kein Hobby wie hierzulande, dort reiten nur die wirklich reichen Leute. Und die können es sich leisten, jeden Winter ihre Pferde für vier Monate nach Florida zu schicken und bei angenehmen 25 Grad und Sonne trainieren zu lassen.

Wenn ein Reiter feststeckt in der Ausbildung hilft es oft, kleine Dinge zu verändern. Mal die Steigbügel umstellen, mal hier eine andere Übung. Oft löst sich dann die ganze Blockade.

Kurt Markus Prömer über die Ausbildung

Zurück in Europa hat er sich ganz auf die Ausbildung von Pferd und Reiter konzentriert. Als Reitlehrer und Bereiter hat er in mehreren Ställen in ganz Deutschland gearbeitet, zuletzt am Schweizer Hof in Kirchstockach und in der Uni-Reitschule. Und was reizt Prömer so an der Ausbildung? „Obwohl ich schon so lang dabei bin, ist es immer wieder toll zu sehen, wenn Reiter Fortschritte machen. Anfänger, egal ob acht Jahre alt oder 80, in das Reiten einzuführen, sie zu motivieren, weiter zu machen und mehr zu lernen, das macht wirklich Spaß.“ Genauso wichtig ist es für Prömer, Reiter, die schon lang nicht mehr vorwärts kommen oder kurz vor dem Aufhören sind, aus ihrem „Dornröschenschlaf zu wecken“. „Das muss man ganz individuell machen. Einige haben Angst, andere sind festgefahren, das Puzzle zu lösen und kleine Dinge zu verändern, damit sie einen großen Schritt vorankommen, das reizt mich. Ich denke dann immer: Irgendwas muss da doch gehen“, sagt Prömer.

Theoriestunden für die Anfänger

Wichtig ist für ihn dabei auch eine theoretische Basis, nicht zuletzt für das Wohl der Pferde. An der Uni-Reitschule gab es jeden Samstag eine reine Sattel-Stunde. Die ersten drei Termine waren verpflichtend für neue Reitschüler, man konnte aber so oft kommen, bis man alles verstanden hatte. „Wenn bei 8 Pferden in der Stunde alle falsch gesattelt sind oder die Gamaschen falsch angelegt, dann nimmt das nicht nur Zeit weg alles zu korrigieren, sondern schadet auch den Schulpferden.“ Á propos Schulpferde: Prömer findet, guten Reitunterricht kann nur geben, wer alle Pferde und alle Reitschüler sehr gut kennt.

Prömer reitet selbst noch aktiv im Springen bis zu S*** und Nationenpreisen, ist auch schon bei den Munich Indoors gestartet. Ist Springen dann seine Lieblingsdisziplin? „Ich bin in der Vielseitigkeit gestartet, weil ich damals ein super Pferd dafür hatte. Grundsätzlich reite ich immer das, wofür das Pferd sich eignet.“ Früher sei die Vielseitigkeit leicht gewesen, die Dressur habe man irgendwie überlebt, das Springen habe man mitgenommen und im Busch dann Vollgas gegeben. „Aber das funktioniert heute nicht mehr. Ohne eine gute Dressur geht’s gar nicht!“ Eine Lieblingsdisziplin habe er daher nicht, und wenn, dann sei es die Vielseitigkeit. „Weil sie alle drei Disziplinen vereint.“ In der Dressur selbst gestartet ist er bis M – dann gab es immer gleich Käufer für die Dressurpferde, die er ausgebildet hatte.

Selfie auf der Weide: Kurt Markus Prömer bringt einen seiner beiden Schimmel auch mit zum Steinsee.

Turnier-Ambitionen fördern

Als Turnierreiter liegt Prömer auch viel daran, das Potenzial von jungen Reitern auf Turnieren zu fördern. „Viele haben das Potenzial, aber vielleicht nicht so die Motivation an Turnieren teilzunehmen. Die möchte ich gern an die Hand nehmen.“ Seine Reitschüler hat er deshalb immer auch zu Turnieren begleitet, vom A-Niveau bis zum Nationenpreis in der Global Champions Tour in Monte Carlo. „Besonders wichtig gerade für den Start in den Turniersport sind solche kleinen Turniere, die von den Reitclubs selbst veranstaltet werden. Es ist so schade, dass die mehr und mehr aussterben“, sagt Prömer. Die großen Turniere von Ställen, die zwölf bis 15 davon im Jahr veranstalten mit 100 Startern pro Prüfung, seien für Turniereinsteiger oftmals überfordernd und frustrierend. „Da ist es klasse, dass der Steinsee an seinen Turnieren festhält, da freue ich mich schon sehr drauf!“

Und worauf freut er sich noch, wenn er zum 15. Juni bei uns startet? „Es ist super, dass noch so viele Vereinsmitglieder des RCS auch ihre Pferde am Steinsee stehen haben. In anderen Reitvereinen sind die Mitglieder gar nicht mehr an einem Hof, sondern starten nur noch unter dem Namen. So kann man aber mit allen vor Ort super trainieren.“ Zwei Schimmel hat Prömer selbst, einen davon wird er auch mit zum Steinsee bringen und dann selbst in den Vereinsfarben starten.

Wie es genau losgeht, lässt Prömer noch auf sich zukommen, sicher ist aber: Er ist Ausbilder durch und durch. Ob Reitanfänger in der Longenstunde, Turniervorbereitung oder auch Ausritte mit den Reitschülern in das tolle Gelände um Gut Niederseeon, Prömer freut sich vor allem auf die Vielseitigkeit, die der Reitbetrieb bei uns bietet.